KERSTIN WICHMANN

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Kerstin Wichmann

Kerstin Wichmann wurde 1989 in Hameln geboren und lebt und arbeitet in Hamburg

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Ich erinnere mich daran, dass ich laufend den Grundriss meines Kinderzimmers gezeichnet habe. Mit Geheimtüren und ausgedachten Möbeln darin, oder dem gewünschten Haustier auf dem Bett. Dann ist meine Mutter Grafikerin und hat mir oft mit ihren eigenen Bildern beim Zeichnen gegenüber gesessen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Zart oder poetisch. Ich zeichne hauptsächlich mit dem Bleistift auf abgetönten Acryl-Flächen und gerne ganz stille Bilder; geisterhafte Figuren in blassen Landschaften, z.B.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Andersrum: Wenn ich mal wenig Lust zum zeichnen habe, merke ich anschließend oft, dass es an den falschen Themen lag. Am besten gelingt es, wenn man sich nicht verstellen muss und der eigenen Spur folgen kann. Gesehenes, Erinnertes; etwas, auf das man die Aufmerksamkeit lenken will. Letztens hat mich ein Strassenbauprojekt interessiert, das mitten durch einen Wald führt.

Wie suchst du dir Inspiration?

Wenn ich mich auf Inspirationssuche begebe, mache ich Spaziergänge oder Ausflüge, manchmal mit-, aber manchmal auch ohne Stift und Papier und ‚fotografiere‘ dabei in mein Gedächtnis hinein, oder tippe in mein Handy. Einmal angefangen passiert immer irgendetwas. Manchmal denke ich auch, dass ich lieber schreibe und komme darüber in das Zeichnen.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Was ich sehr erleichternd finde, ist: Man braucht nicht viel Werkzeug. Und erreicht dennoch mit einfachsten Mitteln mehr als ein bloßes Abbilden; wie z.B. das Wunsch-Kinderzimmer (s.o.). Man kann erfinden, nachspüren, behaupten, erzählen.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Als jemand während einer Besprechung an der Hochschule anfing zu weinen, weil er sich durch eines der Bilder an ein vergangenes Ereignis erinnert gefühlt hat. Das war in dem Sinne nicht schlimm, aber sehr intim, oder privat. Dass Zeichnungen so sehr berühren, ist aber auch immer eine besondere, schöne Erfahrung.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Schubladen und Klischees sind mir nicht egal. Gesamtgesellschaftlich gesehen, sowie in der (eigenen) Zeichnung/Erzählung.

Website: www.kerstinwichmann.de
Instagram: @kerstin.wichmann

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