IMKE TROSTBACH

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Imke Trostbach

Imke Trostbach wurde 1973 geboren und lebt und arbeitet in Berlin.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Vermutlich habe ich wie jedes Kind irgendwann angefangen, und einfach nicht mehr damit aufgehört. In unserer Nachbarschaft wohnte eine Künstlerin, der ich manchmal über die Schulter gucke durfte. Allein schon der geöffnete Buntstiftkasten mit einer großen Farbpalette war für mich ziemlich eindrucksvoll.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

 In der Regel zeichne ich erst analog und digitalisiere anschließend die „ligne claire“. Farben und selbstgemachte Strukturen aus Stempeln, Frottagen, Drucken und Mustern ergänze ich am Computer, sodass daraus im weitesten Sinn Collagen werden.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Es gibt für mich nicht das eine Themenfeld, aber im Allgemeinen zeichne ich gerne Motive, in denen sich idealerweise Humor versteckt oder zumindest die Illustration eine Bildidee transportiert.

Wie suchst du dir Inspiration?

Impulse für Ideen lassen sich quasi überall finden, solange man mit einer offenen Haltung durch die Welt geht. Kürzlich habe ich nach sehr langer Zeit mal wieder den Botanischen Garten in Berlin aufgesucht und war von der endlosen Formen- und Farbvielfalt sehr angetan. Von großem Vorteil ist natürlich auch der Austausch mit anderen Illustrator*innen, oder einfach mit Leuten, die kreativ denken und arbeiten. Seit vielen Jahren arbeite ich künstlerisch mit Menschen aus dem autistischen Spektrum und finde die Bilderwelten, die sich dabei auftun, sehr inspirierend und bereichernd.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Eine Zeichnung kann mit sehr wenig sehr viel ausdrücken.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Die schönsten Erlebnisse haben sich meistens auf Reisen ereignet, denn mit dem Zeichnen im öffentlichen Raum kann man einen fremden Ort auf behutsame Weise erkunden, und sich dabei wie ein Puzzleteil einfügen. Oftmals sind währenddessen spontane, sehr nette Begegnungen entstanden – und gefüllte Skizzenbücher sind für mich die besten Souvenirs einer Reise.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass die eigenen Fähigkeiten durch KI ersetzt werden sollen, eine Sorge, die derzeit wahrscheinlich sehr viele Illustrator*innen umtreibt.

Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen:

Werbung machen möchte ich für das Konzept „Anonyme Zeichner“ von Anke Becker, das Zeichner*innen aus aller Welt in einer Ausstellung verbindet : anonyme-zeichner.de

Website: trostbach.de
Instagram:
@imketrostbach

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