TORDIS TRIANKOWSKI

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Tordis Triankowski.

Tordis Triankowski lebt und arbietet in Hamburg.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Ich fing sehr früh an zu zeichnen, wie alt ich damals war, weiß ich nicht. Mein Bruder hat früher viel gezeichnet und mich hat es angespornt, so gut zu werden wie er. Wo auch immer Papier, Buntstifte und Filzstifte lagen, machte ich mich darüber her und zeichnete und kritzelte. Als Kind hatte ich viel zu hohe Erwartungen an mich gestellt und war nicht selten frustriert, wenn mein Motiv nicht so aussah wie in meinen Gedanken. Also übte ich weiter.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich versuche, Figuren einfach, schlicht und zurückhaltend zu gestalten und dabei Emotionen darzustellen. Die Figuren bekommen je nach Stimmung Farbe oder nicht. Mein Ziel ist es auch, mutiger zu werden, in dem ich sparsam mit der Farbe umgehe und Weißraum zugestehe.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Mich interessiert das Zwischenmenschliche. Ich beobachte viel bei anderen Menschen, wie sie miteinander umgehen. Meist bin ich dabei neutral und gucke nur. Ich achte gar nicht so auf das Gesagte, sondern mich interessiert vielmehr die nonverbale Kommunikation, da sie meiner Meinung nach doch mehr aussagen als die verbale.

Wie suchst du dir Inspiration?

Ich gucke mir sehr viele Kinderbücher an. Mir gefallen die Werke von Jörg Mühle, Philip Waechter, Jutta Bauer, Sven Nordquist, Kitty Crowther und viele mehr. Ihre Figuren sind schlicht gehalten und doch sehr ausdruckstark.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Aufgrund meiner Schwerhörigkeit hatte ich als Kind enorme Schwierigkeiten, Wörter, Dialoge und die dazugehörigen Stimmungslagen zu verstehen. Da waren Comics und Zeichentrickserien eine große Hilfe für mich. Ich konnte viel aus der Mimik der Cartoon-Figuren herauslesen und die Comics konnten mit den Sprechblasen viel zu meinem Verständnis der Geschichte beitragen. Generell können Comics und Cartoons Emotionen, Körpersprache und Mimik sehr gut auf den Punkt bringen.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Mir gefällt es, wenn ich in meine Geschichten, die ich illustriere, hineintauchen kann. Nicht selten kommt es vor, dass mich die Emotionen, Schicksale und Situationen der Charaktere berühren. Ein Professor hat mir mitgeteilt, dass er ein Fan von meinen Illustrationen ist, da ihm die Emotionen, die ich darstelle, sehr gefallen. Und das ist für mich ein schönes Kompliment, da ich lange Schwierigkeiten hatte, meinen Stil zu finden, der subtil, zurückhaltend und doch ausdrucksstark ist. Ich bin auf einem guten Weg und darüber freue ich mich sehr.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Da gibt es vieles, was mich ärgert. Persönlich ärgert es mich, wenn ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit etwas nicht verstanden habe und es wiederholt haben möchte, mein Gesprächspartner es aber als Nichtigkeit abtut und es deshalb nicht wiederholt. Ist mir egal, ob es unwichtig ist oder nicht. Ich habe es nicht verstanden und will es nochmal hören. Ob es wichtig ist oder nicht, entscheide ich. Gesellschaftspolitisch betrachtet regen mich viele Dinge auf, u.a. fasse ich mir an den Kopf, dass es
Menschen gibt, die sich an Sexualität, Herkunft, Religion, Hautfarbe, Behinderung, Konto, Krankheit, Interessen, Ernährung etc. stören. Ich würde ihnen gerne die Frage stellen, inwiefern die „Andersartigkeit“ der Menschen ihr Leben beeinflusst, und bin mir zu 99% sicher, dass die Antwort mit „Nichts“ ausfällt.

Instagram: @illustratordis
Instagram 2: @comicsmittee
Blogspot: illustratordis.blogspot.com

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