JULIANE SCHLUMBERGER

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Juliane Schlumberger

Juliane Schlumberger wurde 1986 in Magdeburg geboren und lebt in München.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

In meiner Kindheit wurde, angeregt durch meine Eltern, viel gemalt, gestaltet und gebastelt. Das Schöpferische war somit einfach ganz selbstverständlich und Teil des Alltags. Und mich hat es immer angesprochen. Als Jugendliche dann habe für mich selbst weitergezeichnet, bis ich irgendwann wusste, dass ich dies auch beruflich machen möchte. Aber erst in den letzten Jahren bin ich ganz „zurück zu den Wurzeln“ gekommen und habe das Zeichnen wiederentdeckt und damit die Illustrationen für mich gefunden. Kreativ zu sein bedeutet für ich auch Erdung und zur Ruhe kommen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Freundlich, friedlich, liebevoll und manchmal mit einer Spur Humor oder Augenzwinkern. Meist arbeite ich digital. Ich mag aber auch die Abwechslung und das Ausprobieren, weshalb ich auch gern zu analogen Techniken wie Tusche, Aquarell, Fineliner und Co greife. 

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Derzeit reizt es mich, den Alltag mit Kindern zu zeigen. Die Herausforderungen, den Spaß, und die komischen Szenen, die dabei entstehen können. Die Welt aus Sicht der Kinder zu zeigen, das gefällt mir. 

Wie suchst du dir Inspiration?

Wenn ich frei für mich arbeiten kann, auch hier ganz einfach: aus dem Alltag, vor allem den mit Kindern. Vielleicht sind manche Bilder dann sehr autobiographisch zu betrachten. Ich mag die kleinen Details, die manche Momente skurril werden lassen. Und die gibt es mit Kindern ja am laufenden Band 😉

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Sie können den Fokus oder den Blickwinkel auf eine Person, ein Geschehen oder einen Sachverhalt verschieben. Dazu ist man manchmal aus verschiedensten Gründen in der realen Welt nicht in der Lage und Kunst im allgemeinen vermag es, den Betrachter wieder eine andere Perspektive auf die Welt einnehmen zu lassen. 

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Das schönste Erlebnis war oder ist es auch noch, dass ich meine beruflichen Ziele oder meine – etwas hochtrabend gesprochen – Berufung als Illustratorin deutlich vor Augen hatte und diese auch anzuerkennen. Kurz, zu wissen, wer man ist oder was man will.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass Kinder bei uns immer noch keine Chancengleichheit gewährt wird. Welche Möglichkeiten Kinder bei uns bekommen, vor allem was Bildung betrifft, ist immer noch eine Frage des Elternhauses, der sozialen „Startposition“ und leider auch des Geldes. Ich würde mir so sehr wünschen, dass es allen Kindern möglich ist, sich selbst, ihre Rolle in der Gemeinschaft und ihre Talente zu entdecken. Ich hoffe, dass es bald zu einer radikalen Bildungsreform kommt und auch einem politischen Umdenken im Sozialsystem, damit Gleichstellung, Würde und Teilhabe aller Menschen garantiert ist.

Für dieses Projekt von mir möchte ich gerne Werbung machen:

Es gibt ein tolles Projekt, bei dem ich zusammen mit über 20 weiteren Münchner Illustratorinnen teilnahm: wir alle bemalten Porzellan-Anhänger von Annika Schüler-Porzellan, die das Projekt auch initiierte. Ziel ist vor allem die gemeinsame Vernetzung von Kreativität. Im November finden 2 Ausstellungen in München statt, wo man diese vielen diversen Stile bewundern kann. Alle Hintergrundinformationen findet man auf dem gemeinsamen Instagram-Account unter #highfivetocreativeloyalty

Website: www.juliane-schlumberger.de
Instagram: @j.schlumberger.illustration

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