SEBASTIAN STROMBACH

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Sebastian Strombach.

Sebastian Strombach wurde 1974 geboren und lebt in Berlin.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Gezeichnet habe ich schon immer, hab dann komischerweise in meinen Studium (Architektur) gar nicht gezeichnet. Erst nach Jahren der Suche habe ich im Büro raumlabor (experimentelle Architektur) wieder angefangen zu zeichnen und wurde nach kurzer Zeit süchtig.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Die franko-belgischen Comics haben immer eine Rolle gespielt. Ich glaube inhaltlich diese Mischung aus Funny-Historie z.B. in Asterix fand und finde ich super. Stilistisch bin ich immer noch auf der Suche, da entwickle ich mich mit jedem Comic weiter.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Ortsgeschichte– wie die Umgebung uns triggert etwas zu tun, zu denken und zu träumen…

Wie suchst du dir Inspiration?

Suchen ist das falsche Wort, aber ohne meine Stadtspaziergänge „läuft“ nix bei mir. Flanieren oder besser die Technik des Umherschweifens sind auch innerhalb meiner Comics wichtig.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Zeichnungen sind halt manchmal unglaublich präzise. Wenn du als Architekt ein Haus planst, schreibst du eben nicht einen Roman, sondern zeichnest Pläne, weil die viel präziser und detailierter sind als alles andere. Das Tolle beim Comic ist, dass Zeichnung, Text und Symbole inneinander übergehen und sich ergänzen, überlagern oder verschiedenen Wege/Geschichten erzählen können. Das kann man bei anderen Medien nicht machen.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Na das schönste Erlebnis für einen Zeichner ist natürlich, wenn dein Baby zu Welt kommt, oder besser: wenn du deinen Comic gedruckt in den Händen hälst. Als mein Album „Wolkenbügel“ erschien, war das einfach unglaublich. Generell ist Zeichnen etwas wirklich Lustbetontes bei mir. Wenn du auf einer Reise anfängst etwas zu zeichnen, was du siehst, ist die Zeichnung eigentlich egal. Aber der Augenblick, in dem du etwas zeichnest ist sehr intensiv. Das schlimmste Erlebnis beim Zeichnen war auch Life. Meine Freundin lag in Sterben, und ich habe sie gezeichnet, wie sie an lauter Schläuchen und Maschinen hing. Ein Krankenpfleger fragte mich, ob ich denn wirklich gerade diesen Augenblick festhalten wolle, da war ich schon etwas peinlich berührt. Heute denke ich, das war richtig so, auch der Schmerz gehört zum Zeichnen.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass Autos immer Vorrang haben. Wenn wir das Auto abschaffen würden, gäbe es auf einmal unglaublich viel Platz zum Leben in unseren Städten. Die sozialen Folgen wären enorm, besonders, was das Wohnen beträfe, das positiv Ökologische wäre da fast marginal. Wir würden wirklich frei durch unsere Umgebung gehen können, ohne Angst, Straßen zu überqueren, hätten wahnsinnig viel Platz ohne die parkenden Schrottkisten, Kinderpferche wie Spielplätze wären obsolet, weil man überall spielen könnte…

Website:   www.sebastian-strombach.de

maschine
zeitung
Panorama 1945
Licht
Wolkenbügel - Cover
Überwachung Mielke

Comments are closed.

Navigate