MERET GLAUSEN

7AUF1STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Meret Glausen.

Meret Glausen wurde 1988 geboren und lebt und arbeitet in Basel (Schweiz).

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Weil ich schon immer gerne Geschichten erzählt habe. Als ich klein war, habe ich auch gerne Geschichten geschrieben, aber je länger desto mehr war das Zeichnen mir als Ausdrucksweise lieber. Wenn ich so richtig in der Arbeit drin bin, vergesse ich, was um mich herum passiert. Das ist ein super Gefühl!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Locker aus dem Handgelenk und eher naiv. Ich probiere aber gern verschiedene Stile, Techniken und Werkzeuge aus. Das macht manchmal die Entscheidung, wie ich eine Zeichnung genau mache, etwas schwieriger, aber dafür wird’s nicht langweilig.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Ich mag es, Geschichten von ganz normalen Menschen zu erzählen. Wir erleben alle Dinge, die es wert sind, erzählt zu werden, auch wenn wir das selber vielleicht gar nicht so sehen. Ich äussere mich in meinen Zeichnungen nicht politisch, aber durch die Geschichten schwingt oft eine Ebene mit, die im weiteren Sinne auch eine politische Aussage hat. Und wenn ich keine Geschichten von anderen Menschen zur Hand habe, erzähle ich Episoden aus meinem eigenen Leben. Wichtig dabei ist mir, dass sich die Leser*innen in den Geschichten wiedererkennen.

Wie suchst du dir Inspiration?

Indem ich mir spannende Ausstellungen anschaue, mich mit anderen Zeichner*innen treffe, gemeinsam zeichne, alleine im Museum oder sonst wo zeichne, Anekdoten notiere, Podcasts oder Musik höre, Filme schaue, irgendwo sitze und Menschen beobachte, oder mich auf Instagram verliere.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Comics sind fast wie ein Film, bloss kann man sich das Tempo, in dem die Geschichte abläuft, selber aussuchen. Man kann die einzelnen Panels so lange und so genau anschauen, wie man möchte, man kann den Text immer wieder lesen. Und die Handschrift der Zeichner*innen ist sehr offensichtlich und direkt spürbar. Illustrationen müssen meist einen vielschichtigen Text, einen Sachverhalt oder ein Produkt in nur einem Bild festhalten. In diesem Bild muss inhaltlich ziemlich viel drin stecken, aber es sollte möglichst einfach und übersichtlich aussehen. Das zu schaffen, ist eine grosse Kunst. Zeichnungen sind ausserdem freier als zum Beispiel Film oder Fotografie. Ich kann als Zeichnerin eine Geschichte erzählen oder eine Situation zeigen, die nicht mir passiert ist oder an der ich gar nicht beteiligt war. Ich kann den Betrachtenden etwas erzählen, indem ich es mir vorstelle und zu Papier bringe.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Eines der Schlimmsten: Kund*innen die nicht verstehen, warum Zeichnen ein echter Beruf und Geld wert ist. Gekoppelt mit Aussagen wie «aber du machst es doch gern!» Eines der Schönsten: Mich mit befreundeten Zeichner*innen zeichnen und mich austauschen. Und beim Zeichnen komplett abzutauchen und alles um mich herum zu vergessen.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Da gibt es vieles… Aber am aktuellsten ist es bei mir gerade so: Mir ist nicht egal, dass unsere Gesellschaft immer von «uns» und «den anderen» ausgeht. In vielen Momenten, in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, werden Menschen durch Unterschiede definiert. Es werden Grenzen gezogen, die uns auf seltsame Weise voneinander entfernen. Anstatt sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und davon auszugehen, dass wir Menschen uns im Grunde alle sehr ähnlich sind.

Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen

Remo Hiltebrand, Michaela Blaser und ich organisieren einmal im Monat ein Drink’n Draw in Basel. Das ist eine Plattform für Zeichner*innen, um zusammen in lockerer Atmosphäre zu zeichnen, dabei etwas zu trinken und sich zu unterhalten. Manchmal posieren Modelle, manchmal ist man ganz frei, manchmal sind wir drinnen, manchmal draussen.

Website: meretglausenillustration.com
Instagram: @meretglausen

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