JOHANNES LOTT

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Johannes Lott

Johannes Lott wurde 1989 in Wangen im Allgäu geboren und wohnt in Hamburg.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Ich zeichne schon seit dem Kindergarten. Damals bereits gerne Comics, oft mit Disney-Charakteren. Das Lettering mussten da noch meine Eltern oder andere Erwachsene übernehmen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Mein Stil ist eindeutig „franko-belgisch“ inspiriert. Ich wurde neben Disney-Klassikern mit Asterix, Lucky Luke etc groß (mein Vater hat alle Bände gesammelt). Später kamen außergewöhnlichere französische Zeichner wie Lewis Trondheim oder Joan Sfar hinzu. Ich würde außerdem sagen, dass mein Stil mehr vom Ausdruck als von zeichnerischer Finesse oder starker Technik lebt und tendiere auch dazu, KünstlerInnen zu lesen, bei denen das ähnlich ist.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Bezüglich Comics: Ich zeichne gerne Stories, die sich aus eigenen Erfahrungen speisen, jedoch nicht komplett autobiografisch sind. Ich nehme mir hierzu Erinnerungen aus meiner Kindheit oder Jugend, verpacke sie aber in eine klassischere Erzählstruktur und überhöhe gewisse Momente, spitze dramaturgisch zu… Irgendwie lande ich meist bei Comic-of-Age Stories über Jugendliche oder junge Erwachsene, da ich offensichtlich viel aus dieser Zeit aufzuarbeiten habe. 🙂

Wie suchst du dir Inspiration?

Instagram ist ein schöner Ort, um gleichgesinnte KünstlerInnen zu finden und sich Techniken abzuschauen. Ansonsten inspiriert auch der direkte Kontakt zur regen Hamburger Comic- und Illustratoren-Szene.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Ich liebe am Comiczeichnen vor allem, dass man autodidaktisch selbst große epische Stories komplett alleine und somit ohne Kompromisse erzählen kann. Filme, Games und andere Medien leben ja meist vom Teamwork, was ebenfalls spannend und toll sein kann, aber für mich auch deutlich anstrengender ist. 🙂 Hinzu kommt: In Zeichnungen lässt sich leichter und kostengünstiger abstrahieren und experimentieren als in anderen Medien.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Das vermutlich schönste Erlebnis: Die erste Veröffentlichung bei einem Verlag. 2017 habe ich das Grusel-Kinderbuch ↦„Der Nachtrugeler“ beim Berliner ↦ Jaja Verlag herausgebracht. Es hat etwas sehr Befriedigendes, seine Arbeit konkret als Objekt in der Hand zu halten, auch in unserem digitalen Zeitalter.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass vie Arbeit von Illustratoren oder Kunstschaffenden im Allgemeinen, oft nicht richtig gewürdigt wird, obwohl wir ihre Produkte fast täglich konsumieren. Und dass sich das auch in der Bezahlung niederschlägt.

Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen:

Kauft gerne meinen Comic ↦ „Hurray Hurray le Quiche“ beim bereits genannten Jaja Verlag. Es handelt sich hierbei um eine coming-of-age story über eine Punkband auf dem Land und ist ein gutes Beispiel für meine oben geschilderte halb-biografische Arbeitsweise. Außerdem würde ich mich freuen, wenn der/die ein oder andere LeserIn zu einem ↦ „Clubkinder Comicslam“ vorbeischaut. Diese Veranstaltung, von mir mitorganisiert, findet alle 3 Monate in Hamburg statt und stellt eine Mischung aus Comiclesung und Zeichen-Battles dar. (Mehr Infos auf allen ↦ Social-Media-Kanälen)

Website: www.johanneslott.com
Facebook: facebook.com/jolottillustration/
Instagram: instagram.com/jodelj/
Twitter: twitter.com/JoLottIllu

Lieblingsalben: Tocotronic
Cover zu Radio Nukular
Vierarmige Heroine

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