ALEXANDRA SCHULZ

7AUF1STRICH – das sind täglich 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Alexandra Schulz.

Alexandra Schulz aka Papieraugen wurde 1989 geboren und lebt und arbeitet in Mühlhausen/Thüringen.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Ich erinnere mich nicht mehr genau – wahrscheinlich wie alle Kinder, weil es faszinierend ist, Spuren auf Papier zu hinterlassen. Ich war ein sehr ruhiges und schüchternes Kind und es gab mir die Möglichkeit, ganz in meiner eigenen Welt zu versinken. Später wollte ich vor allem Figuren nachzeichnen, wie ich sie in Animeserien gesehen habe.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich liebe Tusche und zeichne zurzeit fast ausschließlich in schwarz-weiß. Die Charaktere in meinen Zeichnungen bleiben oft minimalistisch ohne viel Hintergrund, aber auch kleine Szenen mag ich sehr. Insgesamt ist die Stimmung eher ruhig und verträumt.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Wie passen Alltag und Kreativität zueinander? Wie kann ich ein kreatives Leben ohne ständige Selbstzweifel führen? Es gibt so viele Glaubenssätze, die uns als Kreativen das Leben schwer machen und zur Stimme unseres inneren Kritikers geworden sind. In diesem Sinne liegt es mir sehr am Herzen, meine Tochter frei in ihrem kreativen Ausdruck aufwachsen zu lassen, ohne ständige Bewertung von außen.

Wie suchst du dir Inspiration?

Vieles, was auf dem Papier landet, kommt aus mir selbst, aus Erfahrungen oder Gefühlen. Inspiration kann ich in den kleinsten Dingen finden, zum Beispiel einer Umarmung, die ich auf der Straße beobachtet habe, einem diffusen Gedanken kurz vorm Einschlafen oder einem Zitat aus einem Buch. Geschichten haben mich schon immer beeinflusst: Romane, Videospiele, Comics, Serien und die Charaktere waren (manchmal unbewusst) stark prägend. Über die Zeit ist ein fast unerschöpflicher Fundus aus Themen und Motiven in mir drin entstanden, bei dem ich selbst manchmal nicht mehr weiß, wo alle Einzelteile hergekommen sind.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Bilder gehen „direkter“ ins Hirn und können auch intuitiv erfasst werden, egal ob alt, jung oder welche Sprache man spricht – sie sind universeller als Worte, bei denen es eine höhere Schwelle zum Verstehen gibt. Ich finde es außerdem verblüffend, wie viel Kraft ein paar in Beziehung gesetzte Farbflächen und Striche entfalten können. Die Ausdrucks- und Kombinationsmöglichkeiten in der Kunst sind schier endlos, das ist fantastisch und beängstigend zugleich.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Ich habe einmal an einem Zeichenwettbewerb zu einem meiner Lieblingsbücher teilgenommen. Es war auf den letzten Drücker und ich war mit der Zeichnung überhaupt nicht zufrieden. Eingereicht habe ich sie trotzdem und dann nicht mehr dran gedacht – bis ich Wochen später auf Facebook scrollte und mein ach so ungeliebtes Bild tatsächlich unter den Gewinnern war. Ein gutes Lehrstück darüber, dass man die Interpretation der eigenen Kunst anderen überlassen sollte ;)

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass Kunst und Kreativität uns von klein auf als etwas Unvernünftiges eingetrichtert werden, dass nur bestimmten abgehobenen Künstlern vorbehalten ist, statt integraler Bestandteil unseres Alltags zu sein. Zu viele Menschen verstecken oder verleugnen diesen Teil von sich, obwohl es so gut tut, sich auszudrücken – wie viele Geschichten, die erzählt werden wollten, sind uns dadurch schon verloren gegangen?

Blog: www.papieraugen.de
Instagram: @papieraugen
YouTube: @UCHR5a6KeztQlIykFjQhXPnw

Astronautin
Astronautin 2
Knoten im Kopf
Wolken
Wolken 2

Comments are closed.

Navigate