SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Aileen Dietrich aka Mick Neelia
Mick Neelia wurde 1992 geboren und lebt und arbeitet in Leipzig. Das Interview wurde im Juni 2026 veröffentlicht.
Warum hast du angefangen zu zeichnen?
Vielleicht ist die ehrlichere Frage: Wie habe ich wieder zurückgefunden? Nach meinem Designstudium bin ich direkt in die Selbstständigkeit als Grafikdesignerin gestartet. Das waren spannende Projekte, aber viel Bildschirm und wenig Papier. Irgendwann blieb dann kaum noch Raum fürs freie Zeichnen. In einer emotional etwas schwierigen Phase habe ich abends wieder angefangen zu zeichnen. In Comic-Form konnte ich meine Gedanken sortieren und mir meine Gefühle auf absurde Weise so verständlicher machen.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Eine Mischung aus zwei Stilen: Auf der einen Seite sehr bunt, verspielt und lebendig. Auf der anderen Seite Schwarz/weiß, roh, ungeschönt und sehr krakelig.
Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?
Meine Comics und Zeichnungen wurden schonmal als wahnwitzige Achterbahnfahrt aus tiefgehenden Emotionen und flachen Wortwitzen beschrieben.
Wie suchst du dir Inspiration?
Einmal in mir: in meiner eigenen Gefühls- und Gedankenwelt und einmal um mich herum: Bei Menschen und dem Leben.
Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?
Unter Anderem komplexe Inhalte einfach erklären und auf den Punkt bringen.
Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?
Schönstes Erlebnis: die Lesung meines Comicbuchs »Gute Seiten Schlechte Seiten« auf der Leipziger Buchmesse 2025. Das allerschönste: jemanden mit meinen Zeichnungen zum Schmunzeln bringen.
Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?
Mir ist nicht egal, dass Gewalt gegen Frauen und queere Menschen immer noch alltäglich ist.
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