RINAH LANG

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Rinah Lang.

Rinah Lang wurde 1975 geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Das Interview wurde im März 2026 veröffentlicht.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Anfänglich vermutlich wie jede:r, weil es mir immer Spaß gemacht hat. Später bei Überlegungen zum Studium habe ich gemerkt, dass ich mich vor allem für‘s Bild interessiert habe, weniger für Typografie. Als ich den Studiengang Illustration entdeckte, war es genau das, was ich wollte: zu unterschiedlichen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen passende Bilder gestalten. Diesen Beruf habe ich über 20 Jahre ausgeübt und KI klaut mir jetzt die Aufträge. Deshalb habe ich mir ein eigenes Projekt gesucht und an einem Comic gezeichnet: PERI MENO, gerade am 8.3. bei Carlsen erschienen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich habe unterschiedliche Stile. In Illustrationen mag ich es auch verschiedene Techniken zu kombinieren.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Im Comic habe ich gerade eine autobiografische Erzählung mit einem Sachthema und Reportage kombiniert – das finde ich sehr reizvoll, weil man so sehr unterschiedlich unterschiedliche Inhalte und Perspektiven nebeneinander setzen kann.

Wie suchst du dir Inspiration?

Durch Bücher, Lesungen, Podcasts und Ausstellungen.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Sie können sehr persönlich erzählen – pur durch den Strich lässt sich eine Haltung transportieren und subtil miterzählen, ohne extra benannt zu werden. Auch Humor kann zwischen den Zeilen anklingen, ohne im Zentrum zu stehen. Gleiches gilt für Gefühle.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Ich habe vor zwanzig Jahren mal als „Portrait-Automat“ auf einer Ausstellung performt. Ich war sehr irritiert, dass einige Personen sehr unglücklich mit ihrem Portrait waren, weil ich etwas festgehalten hatte, was ihnen an sich selbst nicht gefällt – ohne dass ich sie karikiert hatte, bringt man beim Zeichnen ja automatisch bestimmte Stellen des Gesicht besonders hervor. Obwohl ich bestimmte Zeichnungen besonders schön fand, traf das nicht immer auf Gegenliebe, das tat mir sehr leid, wodurch ich dann tatsächlich auch damit aufgehört habe, obwohl es Spaß gemacht hat.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass die KI unser tolles Berufsfeld sehr zerlegt hat und uns wenig Möglichkeit bleibt, da konstruktiv mit umzugehen.

Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen:

Werbung möchte ich gerne machen für mein erstes Buch, das ich selber gezeichnet und geschrieben habe: PERI MENO! Der Comic geht über meine Suche nach Antworten, als ich mir während der Perimenopause ab mit Mitte 40 selber fremd werde. Es geht über die Lebensmitte, Hormonveränderung, Neuausrichtung, Rushhour, Gendermedizin & Carearbeit…

Website: signorinah.de
Instagram: @signorinah

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