SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Isabella Marquart.
Isabella Marquart wurde 2000 geboren und lebt und arbeitet in Hamburg. Das Interview wurde im Januar 2026 veröffentlicht.
Warum hast du angefangen zu zeichnen?
Das kam irgendwie sehr natürlich. Meine ersten zeichnerischen Erinnerungen stammen aus dem Kindergarten. Da habe ich angefangen ein Märchenbuch zu schreiben und zu illustrieren. Zeichnen ist einfach schon immer mein Werkzeug gewesen, um die Welt zu verstehen und zu verarbeiten.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Ich glaube, ich hab gar nicht wirklich nur einen Stil. Wenn ich illustrativ arbeite, ist mein Stil etwas naiver, charakterbasiert, manchmal humoristisch und wechselt dann auch teilweise in andere Medien, wie Collage. Beim observativen Zeichnen kommt ein bisschen mehr Naturalismus aber auch Experimentierfreude durch – diese Pole zu vereinen ist immer noch etwas, woran ich arbeite.
Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?
Wie wir Sachverhalte und verschiedene Menschen darstellen – wir haben da eine enorme Power in unserem Strich, die schnell missbraucht werden kann. Außerdem: sich Verspieltheit in der Zeichnung/Illustration bewahren zu dürfen.
Wie suchst du dir Inspiration?
Die findet meistens eher mich als andersrum. Vor allem in Momenten, in denen ich es nicht erwarte. Ansonsten hilft es aber auch sich mit Neuem zu umgeben; Musik hören, ins Theater gehen, Literatur, Gespräche mit befreundeten Künstler*innen.
Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?
Eine sehr persönliche Perspektive aufzeigen – ob witzig, unerwartet, bestürzend… Und uns sind literally keine Grenzen gesetzt. Besonders in der Animation empfinde ich das als unglaublich befreiend.
Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?
Ich saß vor ein paar Jahren mit Freund*innen in einem Pub bei einer Open-Mic Session und habe die Musiker*innen beim Spielen gezeichnet. Normalerweise mag ich es nicht so gerne, wenn fremde Leute mein Skizzenbuch sehen wollen (oder beim Zeichnen über die Schulter schauen), aber ein älterer Herr hat auf die besagte Seite geguckt und mich gefragt, ob ich damit schon Geld verdienen würde. Als ich verneinte und meinte, dass ich noch Studentin sei, hat er meine Hand genommen und gesagt: „Give it one or two years and all your dreams are gonna come true!“. Und dann ist er nach vorne gesprintet, um irgendeinen Countrysong zu singen :D
Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?
Mir ist nicht egal, dass generative KI die Lebensgrundlage und Urheberrechte von Kreativen mit Füßen tritt und zudem auch unsere Autor*innenschaft, die Tiefe, in der wir uns mit Thematiken designerisch auseinandersetzen, und all die Zeit, die wir in unser Handwerk investiert haben, negiert.
Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen:
@wetricku44 – das ist ein Instagramkanal aus dem Herzen unseres Trickfilmlabors an der HAW Hamburg, der die Arbeiten von Studierenden präsentiert, archiviert und regelmäßig Trickfilmabende veranstaltet.
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