ENIKÖ GÖMÖR

SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Enikö Gömöri.

Enikö Gömöri wurde 1973 geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Das Interview wurde im Januar 2026 geführt.

Warum hast du angefangen zu zeichnen?

Wahrscheinlich, wie alle, habe ich schon als Kind gezeichnet. Einerseits war das Zeichnen, Malen und auch das Basteln für mich ein Rückzugsort, an dem ich Ruhe und Geborgenheit fand. Und andererseits konnte ich mit meinem Zeichnen nach außen gehen und Sachen oder vielleicht mich selbst sichtbar machen. Ich habe am Anfang in Deutschland die Sprache nicht gesprochen und Zeichnen ist eine universelle Sprache.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich nutze sehr gerne Drucktechniken, die ich einfach im Kleinen, ohne Gerätschaften machen kann. Also Monotypie zum Beispiel. Oder ich schneide kleine oder sogar größere Stempel. Und auch Schablonendruck verwende ich. Diese Drucke machen mir oft am meisten Spaß an einer Illustration. Und diese collagiere ich dann digital. Bei Auftragsarbeiten zeichne ich mehr digital dazu, da ich später schneller korrigieren kann, ohne neu zu zeichnen. Außerdem verwende ich gerne kräftige Farben.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Zum Beispiel das Leben in der Stadt und ihre Darstellung. Denn das ist meine Erfahrungswelt. Die Stadt als Möglichkeits-Raum oder -Traum für alle. Und da ergibt sich auch das andere Thema, daß mich sehr interessiert. Die Suche nach dieser Möglichkeit, nach dem eigenen Platz in der Welt, nach Zugehörigkeit. Ich arbeite oft für Museen, und dann bearbeite ich alle möglichen Themen, bisher oft historische, aufgearbeitet für Kinder. Auch hier versuche ich, dass sich möglichst viele angesprochen fühlen.

Wie suchst du dir Inspiration?

Sie fliegt zu mir, ich muß nur zugreifen. Früher habe ich z.B. Menschen belächelt, wenn sie gerne Vögel beobachteten. Und heute bin ich selbst eine «Ornithologin» und erfreue mich jeden Tag an den verschiedenen Vögeln im Baum vor meinem Fenster. Und so beobachte ich einfach das Treiben, auch das menschliche um mich herum. Aber ich gehe auch gerne in Museen/Ausstellungen. Kunst im allgemeinen inspiriert mich sehr, nicht nur für meine Arbeit.

Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?

Gezeichnete Bilder gehen direkt ins Herz und können uns mitnehmen in eine andere Welt. Und sie lassen eine Offenheit weiter zu denken, denn sie beanspruchen nicht für sich, nur die kühle Realität abzubilden.

Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?

Das schönste beim Zeichnen finde ich den Flow-Zustand, immer noch. Und dass ich mich mittlerweile mit vielen anderen Zeichner*innen regelmäßig treffe und austausche. Zeichnen verbindet! Das weniger Schöne ist die echt geringe Bezahlung.

Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?

Mir ist nicht egal, dass wir Menschen uns immer noch nicht in unseren Unterschieden annehmen. Aber ich habe Hoffnung …

Für dieses Projekt möchte ich gerne Werbung machen:

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Website: enikogomori.com
Instagram: @enikoillustration

Ein Wal schwimmt mit Fischen
Bunte Häuserfassaden
Kinder spielen
Picknickdecke, Kinder
Blick aus Fenster auf Vogel im Baum
Spielplatz

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