SIEBEN AUF EINEN STRICH – das sind 7 Fragen an Comic-Zeichner*innen und Illustrator*innen. Diesmal an: Carla Moldor.
Carla Moldor (dey/deren, sie/ihr) wurde 2004 geboren und lebt und arbeitet in Hamburg. Das Interview wurde im April 2026 veröffentlicht.
Warum hast du angefangen zu zeichnen?
Ich glaube, das kann ich gar nicht so genau sagen. Da müsste man die mini-Version von mir im Kindergartenalter mal fragen!! (ist aber leider nicht möglich. Oder hat jemand mal kurz eine Zeitmaschine zum Ausleihen..?)(serious inquiries ONLY.) Nein nein, Wahrscheinlich war es einfach der kindliche Ausdruck – und ich fand es so spaßig, dass ich das einfach immer weiter gemacht habe.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Frei, chaotisch, experimentell! hmm ich denke auch emotional und meistens ein wenig überladen. Beschreibe ich gerade meinen Stil oder meinen Kopf… hihii. oh
Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?
Das ist etwas schwierig, so locker zusammenzufassen, denn es gibt so viele Themen auf der Welt! Komplex sind wir. Ich denke, alles was mit Identität zu tun hat, besonders meiner eigenen. Also Queerness, mentale Gesundheit, Emotionen… Liebe! Das Leben, eben.
Wie suchst du dir Inspiration?
Das passiert eher selten bewusst, denke ich. Ich sammle generell recht aktiv slash passiv Sachen, die ich inspirierend oder merkwürdig (im Sinne -> des Merkens würdig) finde. z.B. Fotos von Texturen aus close-ups meiner eigenen Bilder, Künstler*innen auf Instagram, deren posts ich in einem Ordner speichere, screenshots oder Fotos von Texten aus Büchern, Song-Lyrics.. mir persönlich hilft es sehr, immer zu wissen, dass ich etwas habe, auf das ich zurückgreifen kann, wenn ich an einem neuen Projekt arbeite. Allein schon aufzuschreiben, was die Leute so im Umfeld von sich geben, gibt mir häufig coole Denkanstöße!! Das Bauen eines eigenen Archives. Fundus. Wie man es auch nennen mag!
Was können Comics, Cartoons und Illustrationen, was andere Medien nicht können?
Uiuiui, ich hab das Gefühl, das hier ist eine Frage, bei der ich etwas Schlaues schreiben sollte! (Kurze Pause, um nachzudenken) Ich denke, alle Medien können verschieden genutzt werden und unterschiedliche Effekte erzielen.. bei den oben genannten würde ich sagen, dass sie die eigene Wahrnehmung der Welt gezielt ausdrücken können, anstatt eine rein „objektive“ Abbildung der Realität zu sein.. Besonders im Vergleich zu Medien, die auf Fotografie basieren, kann man im zeichnerischen Sachen gut stilistisch verzerren, verändern, überspitzen… heißt nicht, dass das nur da möglich ist! Aber! Ich finde all die verschiedenen Stile im Zeichnerischen eine ganz ganz tolle Eigenschaft dieser Medien. Die Handschrift, die man sofort erkennen kann (…zumindest teilweise). Hat sich das zumindest semi-durchdacht angehört?
Dein schönstes/schlimmstes Erlebnis als Zeichner*in?
Ich kann gar nicht nur ein bestimmtes Erlebnis rauspicken!! Ich denke einfach die Erfahrung durch mein Studium, generell von Menschen umgeben zu sein, die so viel Spaß an Kunst und Kreativem haben & auch häufig ähnliche Ansichten und Weltanschauungen haben, ist für mich das wertvollste. Also einfach all die friends und coolen Leute, die ich durch diese Leidenschaft treffen konnte!! (extra Antwort: Vor kurzem habe ich beim Wintermarkt unserer Uni eine live-drawing-booth einen Abend lang geführt und das war soo toll. Also die Interaktion zwischen Leuten und einem selber find ich immer sehr bewegend.)
Kannst du den Satz: „Mir ist nicht egal, dass…“ vervollständigen?
Mir ist nicht egal, dass Rechtsextremismus immer lauter wird!!!! Graaaaaaa. Lasst uns selber lauter sein. und die Verwendung von KI !!!!! Denkt selber !!!! Graaaaaaaaaaaa. *explosion im hintergrund* und und und Krieg. und. aghhhhhhhhh. *der vorhang schließt sich* graaaaaaa
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